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Tuishou

Tuishou (chinesisch: "Stoßende Hände") ist eine komplizierte Form des Partnerkampfes, bei der Schläge, Tritte, Greifen und Festhalten verboten ist. Man muß versuchen mit offenen Händen, sowie unter Fuß- und Körpereinsatz den Gegner zu Fall zu bringen, ihn aus dem Ring zu stoßen oder mit einer Helbeltechnik gefangenzunehmen. Entwickelt in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts durch den Familienklan der Chen im alten China, geht diese Kampftechnik jedoch bereits auf 5.000 Jahre alte Quellen, u. a. auf das indische Kalari Payjat, die älteste Kampfkunst der Welt, zurück. Die Bedeutung der "offenen Hand" ist, daß man nicht kämpfen will. Die Angriffe des Gegners sollen mit den mildesten zur Verfügung stehenden Mitteln abgewehrt werden. Erst wenn der Kung Fu (chinesisch: gongfu)-Schüler des alten Chen-Stiles diese Techniken beherrschte, durfte er früher das Sanshou, den Freikampf mit Schlägen und Tritten, erlernen. In den Neunzigern entwickelten sich die ursprünglichen Partnerübungen des Tuishou zu einem modernen Wettkampfsport, der heute weltweit begeisterte Anhänger findet.

Traditionell dient das Tuishou immer noch zur Übermittlung der Grundfertigkeiten in den
"Dreizehn Stellungen" (shisan shi, s. Tabelle), der Automatisierung von Techniken und vor allem der Entwicklung von "telephatischen" Fähigkeiten zur Früherkennung (Antizipation) gegnerischer Absichten (chinesisch: ting jin - das "Hören" der Energie). Tuishou ist sozusagen die "Geheimwaffe" beim Taijiquan, die Ergänzung zu Taolu den "in Körpersprache geschriebenen Lehrbüchern" (um einen sehr treffenden Vergleich aus dem japanischen Aikido zu benutzen).

In der Long Wu Guan werden, gemäß den Anforderungen unserer Zeit, tuishou, sanshou und ziwei shu (die Kunst der Selbstverteidigung) parallell zu den taolu (Übungswegen; Soloformen) unterrichtet.


Bilder vom 5. Shaolin Cup